… und einer schnarcht immer.
Kategorie: Glossen und Beobachtungen
Hier frönt Bernhard Krebs seinem vorlauten Mundwerk und dem Faible für Glossen. Dazu gehören humorvolle Beobachtungen, originelle Perspektiven und immer neue Geschichten.
Der Bus hat keine Bremsen
Für Oliver Ehrenreich, meinem Freund. Mit dem ich zwar nie Bus fuhr, der für mich aber der Busfahrer par excellence ist.
Es mag an der fehlenden Beinfreiheit liegen, dass in meiner persönlichen Rangliste aller herkömmlichen Möglichkeiten der Fortbewegung eine Fahrt mit dem Bus an letzter Stelle erscheint. Das Privileg, ganz hinten in der Mitte und damit mit reichlich Platz zu sitzen, genoss ich viel zu selten, ebenso das Glückslos, zwei Sitze einer Reihe mein eigen zu nennen. Und ganz vorne rechts, wo die Beine nach vorne baumeln können – nun, das war einfach viel zu nahe an Busfahrer, Lehrer, Reiseleiter und Streber, also nichts für mich.
Lassen Sie uns übers Alter reden…
… und zwar über meines. Ich wähle deshalb diese Form, denn meine Gattin will nicht über mein Alter reden. Ehrlich gesagt, ist sie eher genervt, wenn sie mein Ächzen beim Aufstehen hört – und ist definitiv peinlich berührt, wenn ich gegenüber Jüngeren mein Alter erwähne.
Das Klagelied des Dicken
Ich bin nicht völlig dumm und weiß sehr gut, dass es schlankere und durchtrainiertere Menschen als mich gibt. Außerdem kenne ich den Jo-Jo-Effekt aus persönlicher Erfahrung am und mit dem eigenen Leibe nur zu gut. Und trotzdem: Als ich kürzlich für eine Recherche einen Facharzt für Adipositas (krankhaftes Übergewicht) interviewte, trafen mich sein kurzer Blick und ein flüchtig dahingesagter Nebensatz bis ins Mark …
Der Mann, das ewige Kind
Frauen sind zum Erziehen geboren, den Männern ist es bestimmt, ewig ein Kind zu bleiben.
50 Euro gehen ihren Weg
Jetzt sagen Sie mal: Wo ist das Geld geblieben? Ihres, meines, seines, eures, unseres?
Und über was sprechen Sie?
Als ich kürzlich in einer Diskussionsrunde mal wieder so richtig in Fahrt war und angesichts der Fülle meiner Argumente keinen ausreden ließ (ich wusste eh, was die anderen sagen würden), meinte ein guter Bekannter, der bei solchen Gelegenheiten gerne still dem Wettstreit der Worte und Meinungen folgt, wohlmeinend zu mir: „Zuhören ist nicht unbedingt deine Leidenschaft.“ Er hätte statt „Leidenschaft“ auch das Wörtchen „Stärke“ verwenden können, es hätte noch besser gepasst.
Kontakte im Urlaub knüpft man am besten am Abendbuffet beim Dessert
Ich bin einerseits gerne allein und andererseits ein höflicher Mensch. Ich mag oft keine Leute und bin zwischendurch gerne in Gesellschaft. Ich brauche häufig meine Ruhe – und hin und wieder Ansprache.
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Im Vergleichstest.
Aufreizend glückliche Glücks-Coaches, bedeutsam blickende Psychologen und all ihre wunderbaren Ratgeber, die sich gedruckt und online über Zuspruch & Absatz freuen, finden irgendwann im kleinsten gemeinsamen Nenner auf dem Weg zu umfassender Zufriedenheit zusammen: Vergleiche dich nicht mit anderen!
Bewahren Sie Haltung!
Es gibt kurze Sätze, nicht selten im Imperativ, an denen sich meine Gedanken ohne mein großes Zutun abarbeiten. „Bewahren Sie Haltung!“ ist so ein Satz, „Es ist eine Frage der Würde!“ gehört auch dazu. Und während ich sie hinschreibe, keimt in mir der Verdacht auf, dass das eine mit dem anderen mehr zu tun haben könnte als gedacht ….
