Vier Tage Gardasee, Tag 1 und 2: Malcesine

Er ist das Sehnsuchtsziel vieler Münchner und überhaupt all jener, die gerne etwas DOLCE VITA genießen möchten, ohne bis ans Meer fahren zu müssen. Weil sie nicht so viel Zeit für einen Urlaub haben, nicht fliegen wollen und es Südtirol eben diesmal nicht sein soll. Langer Vorrede, kurzer Sinn: Der Gardasee lockte – und die beste Ehefrau von allen fährt mit mir nach Malcesine.

Vor einem Vierteljahrhundert waren wir schon einmal her, es war damals unser erster gemeinsamer Urlaub. Und es war damals der Wunsch von Susanne, weil ihre Eltern genau hier ihre Flitterwochen verbracht hatten.

Die Reise beginnt am Montag, 13. Mai um 4 Uhr noch mitten in der Nacht. Wir starten deshalb so früh, weil wir Noah mit nach München/Freimann zum BR nehmen, seine Schicht bei den „Frühaufdrehern“ bei Bayern 3 beginnt nämlich bereits um 6 Uhr. Der Riesenvorteil: Die Autobahnen sind frei und zum ersten Mal in meinem Leben fahre ich unseren „Dinosaurier Pajero“ unter 9 Liter Diesel für 100 Kilometer. Ich locke den Tempomat bei 110km/h ein und muss ihn bis kurz vor dem Ziel kaum mal aussetzen.

Die Schulferien können uns ab jetzt mal 😉.

Es ist nach dem Rom-Trip zu meinem 60sten erst der zweite Urlaub, den Susanne und ich nach der Geburt von Noah „allein zu zweit“ machen – und das günstiger und mit weniger Trubel in der Woche NACH den Osterferien. Wir bewegen uns also vom Start weg im absoluten Entspannungs-Modus

Wir nehmen die direkteste und komfortabelste Route von Süddeutschland an den Gardasee und fahren von München aus, an Innsbruck vorbei über den Brenner und weiter nach Bozen bis zur Ausfahrt Richtung Gardasee. Eine Pause machen wir – kurz vor der Brenner Mautstelle auf österreichischer Seite – am Kopfende der Europabrücke beim „McDonald’s Schönberg“ und trinken mit herrlichem Panoramablick einen Kaffee, zu dem es Muffins gibt.

Oh ja, wir lassen es uns gut gehen, auch anderthalb Stunden später, als wir am Nordufer des Gardasees in Torbole eine längere Mittagsrast einlegen. Wir parken unser Auto kostenlos etwas abseits, spazieren zum See und lassen uns auch nicht vom kurzfristig einsetzenden Nieselregen die Laune verderben. Und wir haben Hunger, weshalb wir uns mit Blick auf den See in der Ristorante Pizzeria Casa Beust die erste Pizza unseres Urlaubs gönnen.

Keine Kompromisse, auch dafür arbeiten wir 😉. Susanne hat direkt am See mit dem Castello – Lake Front Hotel & Living Suite ein herrliches Hotel am Fuße der Skaligerburg gebucht, unsere Junior Suite mit Terrasse und Whirlpool wird mit „dezentem Luxus“ beworben. Zu Recht, denn hier fühlen wir uns sehr, sehr wohl. Das Allerbeste vom Besten ist dabei das sensationelle Frühstück mit Seeblick, das wir jeden Tag ganz vorne an der Glasfront genießen.

Den ersten Nachmittag (wir checken gegen 15 Uhr ein) laufen wir nach einer kurzen Ruhepause ziellos durch die verwinkelten Gassen von Malcesine. Es ist sehr wenig los, der ansonsten überfüllte Platz am Porto Vecchio ist menschenleer, auch in den Bars und Restaurants auf der Piazza Guglielmo Marconi am Hafen hätte man ohne Probleme einen Platz bekommen können. Wie voll ist es hier zur Hauptpension, wie erholsam ist es jetzt. Man kann in jedes Geschäft ohne Gedränge schauen, selbst in den engsten Durchgängen gibt es kein Gedrängel und Geschupse.

Aufgrund von etlichen Tipps in einer Malcesine-Facebookgruppe peilen wir Da Pedro Restaurant Pizzeria an, lehnen erst einmal einen unbequemen Außen-Sitzplatz in der Gasse ab – und werden dann im rustikalen Innenbereich wunderbar positiv überrascht. Die Pasta (Pizza hatten wir ja schon mittags) schmecken ausgezeichnet, der Service (ein blondgelockter Jüngling) höchst zuvorkommend. Und zum Abschluss stellt er plötzlich eine Flasche Limoncello auf den Tisch und meint, wir sollen uns wegen der Verdauung einfach einschenken. Das taten wir auch … Prost. Und damit nicht genug: Für Zuhause gibt er uns noch eine kleine Flasche Rotwein mit.

So einfach geht Service und verschafft man sich Stammgäste 😊.

Am Dienstag ist as Wetter noch durchwachsen, so dass wir es dabei belassen, wieder durch Malcesine und an den Strandpromenaden entlang einmal nach Norden und einmal nach Süden zu bummeln. Da das Frühstück so reichlich war, brauchen wir mittags nichts zum Essen – und machen lieber eine ausgiebige Siesta auf dem Zimmer.

Danach brechen wir einmal mehr zum Bummeln auf und lassen uns wieder treiben … am Hafen nehmen wir dann einen Kaffee und ein Bier. Und abends – genau: Geht es wieder ins Da Pedro, wo wir diesmal in einem Gewölbe untergebracht werden. Etwas eng, etwas kalt, aber die Pizzen sind erstklassig. Und: Es gibt wieder Limoncello zum Abschluss und eine kleine Flasche Rotwein mit auf dem Heimweg.

Mehr Informationen zu Malcesine

Zu Tag 3:  Limone Sul Garda

Zu Tag 4: Monte Baldo und Scaligerburg

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