USA Roadtrip Tag 2: San Francisco. Golden Gate Bridge. Mission Dolores Park

Schon am zweiten Tag der Reise begegne ich der urbanen „Liebe meines Lebens“.

Jetlag lässt grüßen. Natürlich wachen wir um 3 Uhr zum ersten Mal auf, schlafen dann aber weiter bis immerhin 6 Uhr. Kaum zu glauben, aber wir sind vom Stand weg im entspannten Urlaubsmodus. Wir lassen deshalb den Vormittag langsam angehen, die Jungs planschen im Pool.

Als ich am Tisch von unseren Plänen erzähle und was ich schon heute alles sehen und erleben will, meint Gabi lapidar „Less is more, lass´ dir Zeit“ – eine Weisheit, die sie von ihrer Tochter Hanna habe und die in den nächsten Wochen zum Prinzip unseres Urlaubs wird. Der Roadtrip als Reise in die Gelassenheit: Ich habe zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung, wie sehr dies zutreffen würde.

Der erste Prüfstein ist die etwas holprige Buchung des Vans, mit dem uns Gabi nach San Francisco kutschieren will. Und tatsächlich, wir sind angesichts der Wartezeiten weder gereizt noch lassen wir uns die Laune verderben. Vielmehr nutzen wir die Zeit für einen Spaziergang durch den Shoreline Lake Park, einem Vogelschutzgebiet. Und ich sehe den ersten Reiher.

Mittags geht es dann endlich nach San Francisco, wo wir erst Hanna, die in Haight Ashbury wohnt, abholen und anschließend zum Chrissy Field, einem ehemaligen Flugplatz und heutigen Park mit Blick auf die Golden Gate Bridge und Alcatraz. Die Fahrt ist … aufregend, denn Gabi übt sich als Meisterin im Multi-Tasking, was heißt: Auto lenken und gleichzeitig Navi bedienen UND mit Tochter chatten – für sie kein Problem, für mich auf dem Beifahrersitz zuweilen schweißtreibend 😉.

Allerdings passiert auf der Fahrt etwas, was mich mein Leben lang begleiten wird: LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK zu einer Stadt!!!

Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn die Straßen sind viel steiler, die Häuser viel bunter und die Haustreppen viel häufiger als ich mit viel Fantasie eh schon vermutet hatte. Es ist einfach fantastisch – und es wird noch besser, denn die Golden Gate Bridge liegt nicht im Nebel. Rund zwei Kilometer lang ist der Strandspaziergang vom Parkplatz auf dem Crissy Field lang – immer die Brücke und Alcatraz, die berühmte Gefängnisinsel in der Bucht, im Blick. Der Wind ist stark, er weht jeden störenden Gedanken aus dem Hirn.

EXKURS MIKROKLIMA: Palo Alto liegt etwas 25 Meilen südlich von San Francisco – eigentlich keine lange Strecke, aber es ist hier durchschnittlich 6 bis 8 Grad wärmer. Selbst das Wetter in den Stadtteilen von San Francisco unterscheidet sich zuweilen wesentlich: Die Golden Gate Bridge im Nebel und in Haight Ashbury scheint die Sonne.

Die Stunden vor der Golden Gate Bridge sind voller Zauber. Wir gönnen uns am Fuße der Brücke aus dem Warming Hut Café and Park Store einen Kaffee und für Noah ein Meetball Sandwich – und genießen, auf der steinernen Pallustrade sitzend, den einzigartigen Ausblick, während die Kite-Surfer durch die Wellen rauschen. Bilder & Momente, die ich nie vergessen werde; entsprechend fröhlich und entspannt schlendern wir den Weg zurück, bleiben immer wieder stehen und schauen. Ich weiß: Egal, was noch kommen mag, die Reise hätte sich bereits jetzt rentiert.

Abends fahren wir zu Justin, der im Viertel rund um die Mission Dolores wohnt. Er hat ein schönes Zimmer und eine Echse (Lizard), sprich „Bearded Dragon“, von der die Jungs begeistert sind. Wir bummeln, an riesigen Murals, den für dieses Viertel typischen, riesigen und bunten Wandmalereien vorbei zum Mission Dolores Park, wo die Menschen, auf dem Rasen sitzend und liegend den Blick auf die Skyline der Stadt und den Abend genießen. Süßlicher Rauch und die unterschiedlichsten Typen feiern die Buntheit des Lebens. Ein herrliches Bild …. wenn nicht der schlafende Obdachlose, bedeckt von einer zerschlissenen Decke, am Wegesrand davon erzählen würde, dass auch die Armut in Amerika allgegenwärtig ist.

Den Ausflug beenden wir mit einem Spaziergang durch das Viertel und einem Essen in einem Thai-Restaurant, das uns vor allem wegen des Ambientes sehr gut gefällt. Leider ist Merlin wegen seiner Neurodermitis schlecht drauf … unsere Hoffnung, dass sie während der Reise besser werden würde, sollte sich glücklicherweise erfüllen.

 

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