Trauertexte im Herbst

Der Spätherbst ist eine gute Zeit, melancholisch zu sein. Natürlich, der Tod hält sich an keine Jahreszeit, aber über ihn zu sprechen und über Trauer zu schreiben, fällt im Oktober und November leichter als im blühenden Frühling, wenn alle Zeichen auf Neuanfang und Aufbruch stehen. Folgende Trauertexte sind an düsteren Tagen entstanden.

Jahre nach deinem Tod

weine ich,

unvermittelt,

ohne Anlass.

Weil ich dich vermisse und

so gerne bei mir hätte.

Nicht in Gedanken,

sondern richtig.

Einfach so.

 

Ich möchte mit dir reden,

dich fragen,

einiges klären,

wofür unsere Zeit nicht gereicht hatte.

Lachen, ja, vor allem lachen.

Und dann ruhig einschlafen.

 

***

Ein Hoch auf die Toten,

auf die Väter, Mütter und Kinder,

die sie selbst einmal waren

und ihrerseits die Ahnen beklagten.

 

Ein Lied auf die Toten,

auf die Braven und die Sünder,

die Gutes und Böses vollbrachten

und allesamt heute tot sind.

 

Ein Prost auf die Toten,

die wir lieben und vermissen

und denen wir folgen werden

irgendwann.

 

***

In dieser Nacht,

wenn ich zitternd an dich denke

und mir bewusst wird,

wieviel wir miteinander

versäumt haben, weil noch so viel Zeit…

 

In dieser Nacht

ahne ich,

wie wichtig das Heute ist.

 

***

Wohin ich einmal gehen werde,

ich weiß es nicht.

Wohin du gegangen bist,

ich weiß es nicht.

Ich greife nach Strohhalmen,

geschaffen aus Trost und Hoffnung

und sie zerbrechen in meiner Hand.

Ich klammere mich an Religionen

und suche nach Antworten.

Dabei greife ich ins Leere.

Ich habe Angst.

Dich zu verlieren,

mich zu verlieren.

Und ich warte darauf, dass es besser wird,

bis ich mich verzweifelt

daran gewöhne,

dass es das nicht tut.

 

***

Ein Buch, dein Buch, unser Buch

Wenn dein Leben in einem Buch niedergeschrieben würde und meine Erinnerungen an dich die Seiten gefüllt hätten, dann ist es ein schöner Gedanke, darin zu blättern.

Das eine oder andere Kapitel würde ich zuerst überspringen. Und irgendwann dann doch lesen – und vielleicht einiges verstehen und manches sogar verzeihen.

Andere Kapitel, und es sind weit mehr, lese ich immer wieder und lasse mir reichlich Zeit, darin einzutauchen mit freundlichen Gefühlen und einem warmen Herz.

Im Laufe der Jahre wird das einst dicke Buch immer schmaler werden. Das ist auch in Ordnung so, denn andere Bücher müssen geschrieben werden und sind noch nicht fertig.

Unser Buch aber würde immer in meinem Regal bereitstehen und geduldig darauf warten, dass ich es von Zeit zu Zeit hervorhole, behutsam in meinen Händen halte, langsam aufschlage – und dankbar bin, dass ich es habe.

 

Tröstendes Give-away für Bestatter und Beerdigungsinstitute

Die Trauertexte sind Bestandteil von „Das kleine Trauerbüchlein“, dem Werbemittel u.a. für Bestatter, Hospizvereine und Krankenhäuser. Mehr Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie auf der Seite des Kleinen Krebs Verlags https://der-kleine-krebs.de/.

Für Einzelbestellungen: In der Version „Das kleine Trauerbrevier“ ist unser Büchlein gedruckt erhältli

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