Die Krebse – eine Familie voller Freizeitparkjunkies, Teil 2: Mann oder Maus!

An guten Tagen sind im Europapark in Rust die Wartezeiten vor den wichtigsten Achterbahnen fast vernachlässigbar, an normalen (und schlechten Tagen) steht man allerdings geraume Zeit in der Warteschlange. Und weil man hier nicht allzu viel zu tun hat, machen wir uns gerne Gedanken über Tipps, reden über Beobachtungen, diskutieren Gesetzmäßigkeiten und überhaupt …

Der Bonus-Tag der Krebse: Auch wenn die beste Mutter von allen ihn jedes Jahr aufs Neue zur Diskussion stellt, reisen wir am ersten Tag (der eigentlich nicht zum Europapark-Urlaub gehört wie die beiden folgenden) sehr, sehr früh an – und freuen uns, wenn wir ab 10 Uhr bereits die meisten Achterbahnen fahren. Der damit verbundene „Haken“ entspannt den Rest des Trips ungemein.

Noahs Idee für eine Facebook-Seite: Bitte nur Fotos mit Menschen, die ab 11 Uhr vormittags überdimensionale Stofftiere mit sich und durch den Park herumtragen.

Merlins Gesetz der körperlichen Entlastung: Wenn du sitzen kannst, dann sitze.

Noahs Ableitung dazu: Und wenn du aufs Klo gehen kannst, gehe aufs Klo.

Der Krebs-Weg aus der Scham hinaus. Elfenfahrt, Madame Freudenreich, Marionetten-Bootsfahrt, Josefines kaiserliche Zauberreise und als besonderer Höhepunkt die Schneeflöcken-Schlittenfahrt – wer sich als Erwachsener begeistert auf diese Abenteuer einlässt, der muss sich um seine Würde nicht sorgen und darf mit Jim Knopf auf der Reise durch Lummerland auch die Glocke läuten.

Bernhards Gesetz der bedingungslosen Gefolgschaft. Als Vater von zwei Jungs empfiehlt es sich, diesen im Europapark voller Vertrauen einfach nachzulaufen.

Die erste Silver Star-Reihe

  • als größter Wunsch der Mutter. Da sie keine Ruhe gibt, ist DIESE Fahrt Pflicht in jedem Europark-Urlaub. Mindestens einmal, gerne auch häufiger.
  • als Endgegner des Vaters. Seine ausgeprägte Höhenangst findet im langsamen Anstieg zum Scheitelpunkt in 73 Metern Höhe ihre maximale Erfüllung. Dazu eine Anekdote: Nachdem die Angst des Seniors am ersten Tag offensichtlich auch dem Silver Star-Personal aufgefallen war, geschah es am darauffolgenden Tag und geschätzte 10.000 Besucher später, dass die Krebs-Familie in Reihe 7 Platz nehmen sollte – und dann in die erste Reihe gerufen wurde. Der schallende Ruf des Platzanweisers „Der ängstliche Vater soll doch bitte wieder nach vorne kommen!“ wurde von der ganzen Meute mit höhnischem Lachen quittiert.

Das Noah/Merlin Motivationsprinzip: Ein einfaches „Mann oder Maus“ treibt selbst den feigen Vater in die ärgste Achterbahn. Er will schließlich keine „Maus“ sein.

„Air Time“ oder das Misstrauen bleibt. Drei von vier lieben es, wenn der Bügel am Achterbahnsitz locker sitzt und beim Überschlag eine vermeintliche Schwerelosigkeit zu spüren. Der Vierte aber bittet den Platzanweiser inständig, den Bügel doch bitte noch fester in seinen Bauch zu drücken, die dreieinhalb Minuten „Luft anhalten“ bekomme er schon hin.

Ein Rat an XXL-Menschen: Aufrechtes Sitzen in Achterbahnwaggons lässt Haltebügel leichter einrasten und erspart einem die Scham, den Zug vorzeitig verlassen zu müssen.

Merlins Gesetz der Menschenschlangen: Die Wartezeit in gleich langen Schlangen steigt proportional zur Besucherzahl im Europapark. Wenn weniger los, sind die Leute entspannter und stehen viel lockerer.

Erste Ableitung des Menschenschlangen-Gesetzes: Bei der Beurteilung der Wartezeit achte man auf die Anzahl der Menschen mit Smartphones. Da diese sehr häufig große Lücken entstehen lassen, weil sie in ihr Gerät stieren, gilt: Je mehr es sind, desto zügiger geht es vorwärts.

Susannes Kommentar zum Menschenschlangen-Gesetz: Die Dauer der Wartezeit in Serpentinen wird dramatisch unterschätzt. Immer.

Bernhards Kommentar zum Menschenschlangen-Gesetz: Egal, wann und wo du anstehst, vor dir schwitzt immer jemand geruchsintensiv, und hinter dir steigen dir immer ungeduldige Kinder in die Fersen.

Die Nachhaltigkeit der dialektischen Dankbarkeit. Wer unzufrieden mit seinem Leben ist, denke

Der eine erinnert daran, dass man es wahrlich schlechter treffen könnte, der andere zeigt, wie man ein Leben mit Freude füllt.

Zum Schluss zur Mahnung das Tennis-Phänomen von Opa Hermann. Eigentlich wollte der Vater in diesem Jahr bei „Silver Star“, „Blue Fire“, „Wodan“ und „Can Can Coaster“ pausieren. Doch dann erinnerte er sich an seinen Schwiegervater, der in einem Jahr mit Tennis pausieren wollte … und nie wieder anfing. Noch aber ist es nicht so weit 😉.

Zum ersten Teil der Familie voller Freizeitparkjunkies >>

 

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