Grundwissen Outing

Eine alte Freundin meinte kürzlich zu vorgerückter Stunde zum wiederholten Male, sollte ihre Bewerbung bei „Wer wird Millionär“ Erfolg haben, dann müsse ich einer ihrer Telefon-Joker sein.

Ich wünsche dieser Freundin von Herzen nur das Beste, vor Jauch auf dem Stuhl zu sitzen wünsche ich ihr aber nicht. Denn sie hätte den falschen Telefon-Joker dabei.

Zugegeben, ich bin bekannt für eine leidlich vorhandene Allgemeinbildung, die ich auch gerne und selbstbewusst bei jeder mir bietenden Gelegenheit zum Besten gebe. Kaum ein Wissensgebiet, zu dem ich nicht Allgemeines und interessante Details beitragen kann – in der Tat scheine ich einiges studiert zu haben, viele Jahre lang, tausende von Seiten lang.

Habe ich aber nicht.

Dafür lese ich Krimis. Und ich besitze die komplette Sammlung von Asterix-Heften.

Frankreich und Italien kenne ich dank Simenon, Donna Leon, Magdalena Nabb und anderen wie meine eigene Westentasche. Die Philosophie des Konfuzius habe ich in den Richter Di-Kriminalromanen von Robert von Gulik kennen gelernt. Ein psychoanalytisches Aufbaustudium absolvierte ich mit den Krimis von Batya Gur, die britische Gesellschaft ist mir dank Elisabeth George vertraut.

Relativitätstheorie, moderne Kunst, Theater, Politik und die Küche der Novelle Cuisine – für alles gibt es den passenden Krimi. Warum also sich durch Fachbücher quälen, zumal es auch noch Asterix gibt. Hier lernte ich alles, was ich über Cäsar und sein Wirken wissen muss und erlangte zudem die notwendigen Kenntnisse über viele Länder und ihre Sitten.

Mal ehrlich: Um einen Korsen zu verstehen, MÜSSEN Sie Asterix auf Korsika gelesen haben. Das gleiche gilt für die Schweiz, Belgien, Spanien, Britannien und das Morgenland.

Glauben Sie mir, es funktioniert, sich mit dem viel zitierten Halbwissen durchs Leben und viele Small-Talks zu schlagen. Wenn Sie einen Rat befolgen: Achten Sie darauf, mit wem sie gerade reden.

Denn: Es soll schon passiert sein, dass man einen freundlichen Herrn über die Prinzipien der konfuzianischen Lehre aufklärte – und erst danach erfuhr, dass der freundliche Herr ein Professor der chinesischen Philosophie war ….

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