Das Wetter wird besser und die Versuchung ist groß, einfach nur in Malcesine herum zu sandeln. Dazu trägt – zugegebenermaßen – auch bei, dass in den Gassen vor allem entspannte Rentner den beschaulichen Takt vorgeben. Oder anders gesagt: Wer jugendlichen Trubel sucht, ist eine Woche nach den Osterferien am Gardasee definitiv am falschen Ort 😉.
Bevor sich also Susanne langweilt, beschließt sie, dass wir für schmales Geld mit dem Boot auf die gegenüberliegende Seite des Gardasees an die Westküste fahren, um uns Limone sul Garda anzuschauen. Das Dorf schmiegt sich eng an die dahinter liegenden Felswände an, es ist etwas eng hier. Und es wird angesichts der Besucherströme noch enger, zumal es von der Anlegestelle nur zwei Wege gibt: Einen nach links und … wir entscheiden uns für die zweite Option.
Das ganzjährig besonders milde Klima machte Limone berühmt für den Anbau von Zitrusfrüchten, die seit dem 18. Jahrhundert in den typischen Limonaien (Zitronengärten) kultiviert werden. Den Zitronen begegnet man hier auf Schritt und Tritt: Von Socken über Hüte bis zu T-Shirts und Haushaltswaren – wirklich alles wird mit Zitronenmotiven bedruckt und in den zahlreichen Läden verkauft, ebenso wie Unmengen verschiedener Limoncello-Schnäpse, Zitronenmarmeladen etc..
Limone sul Garda hat seinen Namen übrigens nicht von den vielen Zitronenbäumen, sondern vom lateinischen Wort „Limen“, das Grenze bedeutet.
Wir steigen erst viele, sehr viele Stufen zur heimeligen Kapelle San Rocco hinauf und besuchen anschließend das berühmte Zitronengewächshaus „Limonaia del Castel“, das uns ausgesprochen gut gefällt. Wegen der zahlreichen Zitronenbäume, den anschaulichen Infotafeln und wegen des wundervollen Ausblicks auf die Ortschaft und den darunterliegenden See. Anschließend marschieren wir bergab, bergauf in einem großen Bogen durch die Stadt und machen es uns schließlich auf einer Bank an der langen Uferpromade gemütlich, jeder ein Eis in der Hand.
„Jetzt haben wir es schon wieder gesehen.“ Der Spruch, den Susanne vor langer Zeit von ihrer Familie mit die Ehe gebracht hat, festigt den Entschluss, wieder die Heimfahrt anzutreten. Mit dem Boot/Schiff über den Gardasee, das hat was 😊.

Im Hotel wieder angekommen, machen wir erst unser Nachmittagsschläfchen, um danach wieder auf unsere Tour durch Malcesine aufzubrechen. Wir gönnen uns erst ein Getränk im „Caffee Al Porto“ am Hafen, schauen uns danach den Innenhof des Palazzo dei Capitani an und spazieren dann weiter zur Pfarrkirche Santo Stefano, eine einschiffige Barockkirche, die sich direkt neben dem großen Parkplatz auf einer Anhöhe im Zentrum befindet.
Und weil wir jetzt schon zweimal im Da Pedro waren, folgen wir heute dem Internat-Tipp in die Trattoria „da nonna Pina“, wo es tatsächlich fantastische Pasta gibt.
Zu Tag 1 und 2: Malcesine
Zu Tag 4: Monte Baldo und Scaligerburg






