Der Meister

Unser Vater hieß Werner Anton Krebs. Er kam am 9. April 1936 in Ellbogen im Sudetenland zur Welt zur Welt. Die Vertreibung führte die Familie nach Dießen, wo sein jüngerer Bruder, Onkel Hans geboren wurde ((glaube ich). Papa machte mit 15 seinen Hauptschulabschluss und absolvierte eine Elektrikerlehre. Davon erzählte er nicht viel, außer, dass er als Lehrling zur Abhärtung mit den Händen immer wieder den Elektrozaun einer Weide anfassen musste.

Ich schreibe von Papa, weil wir ihn als Kinder so nannten. Später wurde er für Karin und mich dann der „Meister“, weil er tatsächlich auch einer war. Damals gab es bei diesem Beruf noch nicht die unzähligen Varianten wie 2026, es wurde aber unterteilt in Hauselektrik und Starkstromelektrik. Letzteres war die Domäne unseres „Meisters“. Unser Vater legte 1963 seine Meisterprüfung im Elektroinstallateur-Handwerk bei der Handwerkskammer Oberpfalz 1963 ab – der Meisterbrief, der im dunklen Flur unseres Hauses in der Schlesierstraße seinen Platz hatte, hängt heute prominent in meinem Büro. Er ist datiert auf den 29. Juni 1963.

Ich glaube, der Stolz auf das eigene Können und das Bestreben, sehr gut in seinem Fach zu sein (das gilt vorbehaltlos für Karin und für mich), findet eine der Hauptmotivationen im beruflichen Selbstverständnis unseres Vaters, hier war der grundsätzlich wortkarge Mann „ohne Selbstdarstellungsattitüde“ (die später sein Sohn durchaus hatte 😉) auch sehr selbstbewusst. Ich erinnere mich an zwei plus eins Situationen, die mich sehr stolz sein ließen:

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