Unser Vater hieß Werner Anton Krebs. Er kam am 9. April 1936 in Ellbogen im Sudetenland zur Welt zur Welt. Die Vertreibung führte die Familie nach Dießen, wo sein jüngerer Bruder, Onkel Hans geboren wurde ((glaube ich). Papa machte mit 15 seinen Hauptschulabschluss und absolvierte eine Elektrikerlehre. Davon erzählte er nicht viel, außer, dass er als Lehrling zur Abhärtung mit den Händen immer wieder den Elektrozaun einer Weide anfassen musste.
Kategorie: Erinnerungen
7.Oktober 2025. Gestern kam ein Brief des städtischen Friedhofunternehmens an, ob ich das Familiengrab verlängern werde. Ich habe Zeit bis zum 20. Oktober um zu antworten. Nach kurzer Rücksprache mit Karin fiel die Entscheidung: Wir lassen das Grab auf und verlängern nicht mehr. Am 35. Todestag meiner Mama habe ich das verwilderte Grab nochmal halbwegs ordentlich gemacht, habe zwei Rosen und die Gräser ausgebuddelt und diese in den unteren Garten wieder eingegraben. Der Gedanke, dass in diesen Pflanzen ein paar Atome meiner Großeltern Emil (gestorben 1977) und Josefine (gestorben 1986) und meiner Mama „überlebt“ haben, ist irgendwie tröstlich, auch wenn ich nicht weiß, wie lange die Pflanzen in meinem Garten überleben werden. Egal, denn ich habe mich dazu entschlossen, meine Erinnerungen an meine Großeltern und Eltern (und an Tante Gerda!) nicht an Gräbern festzumachen, sondern als geschriebene Worte. Das überdauert vielleicht länger …
In diesen Erinnerungen geht es um die Verstorbenen und ihr Leben; die Geschichte meiner Frau, meiner Kinder und mir als Erwachsenen und Familienvater, wer weiß, wer sie einmal erzählen wird. Und ob überhaupt.
