Gedanken im Mai, aber nicht zum Mai

Wenn ich könnte, würde ich im Mai nur an die Sonne, die Blumen und die Liebe denken. Aber es kommt immer anders, wie folgende Auswahl an spontanen Gedanken zeigt:

Die DREI MIT LANGEN HAAREN. Meine beiden Söhne meinten, so sollten wir uns nennen. Da ich allerdings kein Musikinstrument spiele und deshalb kein Mitglied einer etwaigen Familien-Band werden kann, mag ich die DREI MIT LANGEN HAAREN zwar – weiß aber noch nicht, für welche Gelegenheit der Name wirklich taugt.

Kürzlich im Radio erfahren, dass Hummeln stinkende Füße haben. Hmmm…..

„Alles gut.“ Es ist nichts Neues, dass Begriffe und Floskeln zuweilen ein riesiges Ansteckungspotential in sich bergen. „Alles gut.“ zum Beispiel ist die Seuche, die gegenwärtig den deutschen Sprachraum heimsucht und vor keiner sozialen Schicht halt macht. „Alles gut.“ wird mit Punkt gesprochen, nicht mit Ausrufezeichen und schon gar nicht mit Fragezeichen. „Alles gut.“ ist Statement, Beruhigung und Trost zugleich – und lässt zuvorderst und last but not least keinen Zweifel daran, dass man das Leben im Griff hat. Ganz sicher sind die „Alles gut.“-Menschen „kreativ“, „innovativ“ und „nachhaltig“ … alles Dinge, die ich gerne wäre, aber nicht bin. Bei mir ist nicht „Alles gut.“ Aber zumindest sage ich nicht „Hallo, Ihr Lieben“.

Wie bringt man seinen Kindern eigentlich bei, Körner, Obst und Gemüse zu essen, wenn man das Zeug selber nicht mag?

An einem Buffet ignoriere ich gerne die Beilagen – und verstehe beim Frühstück die Leute nicht, die sich ein Marmeladenbrot und Müsli statt Rührei mit gebratenem Schinken nehmen.

Wer an einem Buffet ein nettes Gespräch führen möchte, geht zum Dessert. Dort trifft er die Gleichgesinnten.

Gerade hat mir ein Finanzexperte wieder erklärt, was ich zu tun hätte. Es macht mich zutiefst misstrauisch, dass der Finanzexperte nicht schon längst auf den Bahamas in einer Hängematte liegt.

Eine Texter-Anmerkung: Nicht immer ist ein ausgebildeter Profi notwendig um einen Text zu schreiben. Ich mähe schließlich auch den Rasen ohne Gärtner zu sein, backe einen Kuchen ohne Konditor zu sein und steuere ein Auto ohne Rennfahrer zu sein. Wenn es allerdings darauf ankommt, gilt hier wie dort: „Dann wäre ein Gelernter ein Depp.“

Dialekt ist was Schönes. Das mag sein. Aber nur zuhause, wer einmal woanders gelebt hat, der weiß, wie anstrengend es sein kann, akustisch erkennbarer Fremdling zu sein.

 

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