Weihnachtsbrief 2019

Ich ging auch 2019 wieder in die Schule. Im Advent zum Elternsprechtag. Es ist meine alte Schule, an der ich neun Jahre meines Lebens verbracht habe; ich kann mich aber nicht daran erinnern, mich damals jemals so schnell bewegt zu haben wie beim jüngsten Parforceritt von Lehrer zu Lehrer – nach einem ausgeklügelten System meiner Frau, das mich im 10 Minuten-Takt von der einen Ecke der Schule in die andere jagte. Die Mütter und Väter, denen ich dabei begegne, staunten.

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In der Elternsprechstunde

Meine Frau und Mutter meiner Kinder sagte: „Diesmal bist du dran. Es wird Zeit, dass du dich auch einmal darum kümmerst.“ Allein die Tatsache, dass sie darauf verzichtete, den Befehl in eine Frage zu verpacken (was letztendlich auch nichts an meiner Folgsamkeit geändert hätte), zeigte ungeschönt ihre fehlende Verhandlungsbereitschaft an, was bedeutete: Ich durfte diesmal zum Elternsprechtag meines ältesten Sohnes.weiterlesen

Eltern auf dem Spielplatz

Ich wollte niemals über meine Kinder schreiben. Und zwar, weil es außer mich, mit Hormonen sattsam angereichert, niemanden interessiert. Nicht einmal meine Kinder, wenn sie alt genug sind. Und andere Eltern auch nicht. Selbst wenn sie Aufmerksamkeit heucheln sollten, dient dies nur dazu um schnellstmöglich vom eigenen Kind zu erzählen. weiterlesen

Ich bin doch nicht alt, oder?

Seitdem ich die 50 passiert habe, entdecke ich an mir zunehmend einen Charakterzug, der mich ziemlich nervt. Ich bin larmoyant geworden. Ein rechter Jammerlappen, der die Jüngeren mit einem „Früher war alles besser“ langweilt und – vergeblich nach Komplimenten fischend – meist ungehört mit seinem Alter kokettiert.  weiterlesen