Gedanken an der Feuerschale

Im Sommer sitze ich spätabends gerne an der lodernden Feuerschale und hänge meinen Gedanken und Erinnerungen u.a. zu Fußball, Scheren und Eis nach.

Bei der jüngsten Fußball-Weltmeisterschaft in Russland sprachen Trainer, Kommentaren und alle anderen auch sehr häufig von der „Körpersprache“. Fast hatte man den Eindruck, dass technische Fertigkeiten, Spielintelligenz und Kondition keinen Wert mehr hätten, solange die Körpersprache stimmt. Ich denke deshalb, ich bin trotz meiner stolzen 54 Jahre bereit für eine Fußballerkarriere. Denn: Ich treffe keinen Ball und laufe keine fünf Meter, besitze aber eine imposante Körpersprache. Was aber passiert mit Menschen, deren Körper nuschelt. Oder wenn mein Gegenspieler eine andere Körpersprache spricht als ich? Und beherrscht mein Körper auch bairisch? Fragen, die selbst die beste Körpersprache nicht beantworten kann.

Es gibt Leute, die können mit einer Schere gerade an einer Linie entlang schneiden. Es gibt Leute, die können Bilder ausmalen ohne über die Linien zu krakeln. Es gibt Leute, die können mit UHU kleben ohne sich selbst zu bekleben. Ich gehöre nicht zu diesen Leuten.

Eine Zehe Knoblauch, ein Rippchen Schokolade, ein kleines Bier oder eine Kugel Eis. Es gibt Maßeinheiten, die mir fremd sind. Ich denke in Knollen, ganzen Tafeln, großen Gläsern und mindestens 500ml – und ich handle danach. Ich bin ein XXL-Mensch mit großen Gefühlen, großen Worten und großen Sonstiges. Warum sollte ich dann bei Knoblauch, Bier und Süßigkeiten halt machen?

Väter und Söhne besitzen in der Regel unterschiedliche Sicherheitsansprüche. Während der Jüngere der Gefahr juchzend begegnet, sofern er sie überhaupt erkennt, wägt der Ältere die Risiken ab und frönt der Vorsicht. Als einmal mein Vater sich ungefragt das Rennrad des 16jährigen Sohnes, also meins, borgte, glaubte er an Bremsbeläge – und erfuhr wenig später an der Straßenkreuzung, dass Sohnemann keinen Sinn in intakten Bremsen sah. Zum Glück kam kein Auto von links und keines von rechts …

 

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